Ist die Branche bereit für den Wandel?

(Vlnr.): Gustavo Möller-Hergt, Marc Schnyder, Matthias Keller, Christoph Hugenschmidt, Yvonne Bettkober, Marco Marchesi und Stephan Mahler.

 
Hersteller, Distis und Dienstleister diskutieren über Geschäftsmodelle, Cloud und Konsolidierung.
 
Knapp 250 Player aus der Schweizer IT-Branche haben sich gestern am Inside Channels Forum in Aarau getroffen. Während Canalys-Analyst Alastair Edwards dem Publikum einen Einblick in den ICT-Markt in einer Welt von "alternative Facts", Disruption und Transformation im Grossen gab, zeigte der Schweizer Marktkenner Philipp A. Ziegler auf, wohin sich der Schweizer IT-Markt in den nächsten Jahren bewegt. Falls dies zusammen mit drei Breakout-Sessions dem Publikum nicht genügend Anregung zur Diskussion gegeben hätte, wurde das Programm mit der Channel-Arena geschlossen.
 
Christoph Hugenschmidt (Geschäftsleiter Huron AG) führte die Diskussion mit Gustavo Möller-Hergt (CEO Also Konzern), Marc Schnyder (ehem. CEO Also und ChainIQ), Matthias Keller (CEO, UMB), Yvonne Bettkober (Director SMS&P, Microsoft Schweiz), Marco Marchesi (CEO Ispin) und Stephan Mahler (CEO ProCloud).

Das Wort "Konsolidierung" fiel im Laufe des Nachmittags immer wieder. Braucht es im Schweizer ICT-Channel eine Konsolidierung? "Mir gefällt das Wort Konsolidierung nicht. Wenn wir eine Firma kaufen, dann unter dem Aspekt des Know-hows und Know-whos. Wir kaufen, um neue Geschäftsmodelle aufzubauen." Gustavo Möller-Hergt (CEO Also Konzern). (Foto: Klaus Rozsa)

Wer überlebt den Wandel? Diese Frage stand im Zentrum des Forums. "Wandel gibt es in der IT-Branche immer. Egal ob Vendor, Distributor oder Reseller – Innovation ist immer ein Thema. Von Services etwa wird seit zehn oder 15 Jahren gesprochen. Ich bin der Meinung der Channel ist Ready." Marc Schnyder (ehem. CEO Also und ChainIQ). (Foto: Klaus Rozsa)

Es ist teuer, neue Business-Modell aufzubauen. Infoniqa kaufte Hirt, Bechtle übernahm Steffen, NTT schnappte sich E-Shelter. Müssen wir noch mehr solcher Übernahmen erwarten? "Rein subjektiv habe ich das Gefühl, dass viele Firmen auf dem Markt sind, die nach Lösungen suchen. Die eventuell Trends verschlafen haben, sich zu wenig fokussiert haben. Vielleicht finden wir auch wieder einmal einen Partner. Wenn nicht – dann nicht." (Matthias Keller, UMB) (Foto: Klaus Rozsa)

"Vor zwei Jahren habe ich bei Microsoft Schweiz angefangen und zwar mit dem Ziel: die Schweiz muss in die Cloud. Ich hätte aggressiver sein sollen, mehr Geschwindigkeit haben müssen, ich hätte einige Mitarbeiter konsequent allein auf die Cloud ausrichten müssen. Jede Transformation aber kostet Geld. Dies darf man nicht ausser acht lassen. Für neue Player ist es oft einfacher, mit einer klaren Mission auf den Markt zu gehen". Yvonne Bettkober (Director SMS&P, Microsoft Schweiz) (Foto: Klaus Rozsa)

Die Frage ist nicht nur, ob der Channel bereit für den Wandel ist, sondern, ob die Kunden bereit sind, die Transformation anzugehen. "Ja, unsere Kunden sind in die Cloud. Wir sehen auch viele Multi-Cloud-Umgebungen. Einen Teil ihrer 'Kronjuwelen' aber verlagern die Kunden eben nicht in die Cloud. Denn Sicherheitsbedenken sind immer da. Es stellt sich hingegen die Frage, ob die Daten auf dem kleinen Server unter dem Bürotisch sicherer sind." Marco Marchesi (CEO Ispin) (Foto: Klaus Rozsa)

"Wenn die Kunden es wollen, sollen sie die Hardware direkt kaufen. Das muss für uns OK sein und wir müssen uns anpassen. Es braucht Agilität." Stephan Mahler (CEO ProCloud) (Foto: Klaus Rozsa)