Avaya will Schulden abschütteln

Der Telekomhersteller ist überschuldet und flüchtet in das US-Konkursverfahren. In der Schweiz ist Avaya aber zurück auf dem Wachstumspfad.
 
Avaya-Schweiz-Chef Patrik Spörri gibt rasch und genau Auskunft: Es stimmt, Avaya ist überschuldet und will die Lasten der Vergangenheit loswerden. Doch in der Schweiz, betont Spörri, habe Avaya neue Kunden gewinnen können und habe letztes Jahr profitabel abgeschlossen.
 
Der Telekommunikations- und Netzwerkausrüster ist mit rund 6,3 Milliarden Dollar verschuldet. Schlimmer noch: Diese Schulden müssen mit 14 Prozent verzinst werden, wie Spörri erklärt. Der Versuch, das Call-Center-Geschäft zu verkaufen, ist offenbar gescheitert. Hingegen konnte sich Avaya nach eigenen Angaben einen neuen Kredit von 725 Millionen Dollar sichern, um die Phase des Konkursverfahrens zu überstehen. Das US-Konkursrecht ermöglicht den Schutz vor Forderungen von Gläubigern und insbesondere auch die Auslagerung von Verpflichtungen gegenüber der Pensionskasse.
 
In der Schweiz Neukunden gewonnen
Dass Avaya versucht, die riesige Schuldenlast loszuwerden, wird in den USA mehrheitlich positiv eingeschätzt. Diese Meinung teilt auch Spörri, der sich beeilt, bestehende und potentielle Kunden über das Gläubigerschutz-Verfahren zu informieren.
 
In der Schweiz wachse der Umsatz von Avaya seit einem Jahr wieder. Und Avaya habe letztes Jahr in der Schweiz auch Geld verdient. Der Telekommunikationsausrüster hat auch in der Schweiz massiv Stellen abgebaut und beschäftigt heute noch 31 Mitarbeitende, sagt Spörri. Nun könne man wieder daran denken, neue Leute anzustellen, so der Manager. Er ist seit Mai 2014 bei Avaya und hat im November 2015 die Verantwortung für das Business in der Schweiz übernommen.
 
In der Schweiz habe Avaya einige Kunden neu überzeugen können. Er nennt Skyguide und das Genfer Kantonsspital. Geholfen habe, dass Avaya letztes Jahr 15 neue Produkte auf den Markt gebracht hat, sagt Spörri. (hc)