Leider Nein (sehr kurze Folge)

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.
 
Was für ein toller Start in den Tag: "I hand this over to our legal department", sagt mein freundlicher Gesprächspartner, nachdem ich auf seine Ausführungen über ethisch korrekten Journalismus nicht mit dem Angebot, an einem Kommentar herumzufummeln, reagiert habe. Der Hinweis auf das "legal department" konnte mich auch nicht wirklich beeindrucken. Etwa so wenig wie die idiotischen Journi-Floskeln "XY behält sich rechtliche Schritte vor" und "es gilt die Unschuldsvermutung".
 
Die Floskel mit den rechtlichen Schritten ist unsinnig, weil sich fast alle Menschen und Organisationen fast immer "rechtliche Schritte vorbehalten". Und die "Unschuldsvermutung", die da zu gelten habe, sollte eben nicht als Sätzchen in jedem Zeitungsartikel über irgendein Strafverfahren stehen, sondern tatsächlich gelten, und zwar im Kopf der Leute, die sich mit dem Fall befassen. Denn solange jemand nicht verurteilt ist, muss er oder sie tatsächlich als unschuldig gelten und von den Medien auch so behandelt werden.
 
Die "Unschuldsvermutung" sollte man also nicht einfach schreiben, sondern haben. Das gilt irgendwie ja auch für das "legal department". (Christoph Hugenschmidt)