Avaya-(Ex)-Mitarbeiter fürchten um ihre Rente

Der Telekom-Anbieter Avaya ist hoch verschuldet. Das Unternehmen wurde 2007 von den Beteiligungsfirmen Silver Lake und TPG gekauft. Seit 2007 schreibt Avaya rote Zahlen. Grund für die andauernden Verluste sind auch die hohen Schuldzinsen.
 
Avaya zählt aktuell rund 11'000 Mitarbeiter weltweit und über 15'000 Personen gehören dem Pensionsfonds des Unternehmens an, weiss das 'Wall Street Journal' (WSJ). Der "Pension Plan" ist gesondertes Vermögen von US-Unternehmen zur Finanzierung ihrer Vorsorgeverpflichtungen. Der Pensionsfonds von Avaya hat demnach Verpflichtungen von 3,15 Milliarden Dollar, verfügt aber nur über ein Vermögen 2,21 Milliarden Dollar. Es fehlt fast eine Milliarde Dollar.
 
Kürzlich wurde bekannt, dass Avaya möglicherweise den Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. US-Unternehmen, die in den Gläubigerschutz fliehen, versuchen häufig auch ihre Pensionskassen-Verpflichtungen aufzukündigen, schreibt das 'WSJ' weiter. Die Mitarbeiter werden dann von der US Pension Benefit Guaranty Corporation (PBGC) aufgefangen. Vergangenes Jahr zahlte die die PBGC monatliche Renten an über 820'000 Pensionisten in den USA, deren Ex-Arbeitgeber die versprochenen Leistungen nicht übernehmen konnten.
 
Avaya befinde sich in Verhandlungen mit der PBGC, schreibt das US-Magazin mit Berufung auf Insider. Das 'WSJ' schliesst aber nicht aus, dass der Avaya-Pensionsfonds doch noch unbeschadet überlebt. Die Arbeitnehmer Organisation NRLN, die sich für den Schutz von Unternehmens-Pensionskassengeldern einsetzt, kämpft offenbar auch in diesem Fall um die Pensionsgelder von aktuellen und ehemaligen Avaya-Angestellten. Man habe bereits sehr viele Anrufe von besorgen Personen erhalten, heisst es im Bericht weiter. (kjo)