"Wer jetzt noch über Cloud nachdenken muss, hat verloren"

Diese Woche in Zürich: Matthias Keller vor unserer Redaktion im Zürcher Kreis 4.
Matthias Keller, UMB-Chef und Teilnehmer an der Channel-Arena am Forum am 26. Januar, über den Wandel seiner Firma vom Infrastruktur-Anbieter zum "Transformations-Helfer".
 
Manchmal kommt es einem vor, als gäbe es nur UMB im Schweizer IT-Markt. Alle paar Wochen flattert eine Pressemitteilung von UMB ins Redaktionspostfach mit dem Hinweis auf neu gewonnene Cloud-Kunden oder solche, die ihren Vertrag verlängert oder ausgeweitet haben. Um nur einige Kunden der letzten Monate zu nennen: Goldbach Media, das Zürcher Hallenstadion, die grosse Werbefirma APG/SGA, die Apotheke Zur Rose und die SAG Automotive Group. "Das sind lange nicht alle," sagt UMB-Chef Matthias Keller bei einem Redaktionsbesuch diese Woche.
 
Unsere Bemerkung, dass nicht alle der per Pressemitteilung öffentlich gemachten Kunden, auch wirklich Neukunden sind, lässt Keller nicht gelten: "Für uns ist eine Vertragsverlängerung eher noch der grössere Leistungsausweis und vor allem ein Vertrauensbeweis. Viele Kunden transformieren sich gemeinsam mit uns. Sie haben erst Hard- und Software bei uns gekauft und sie selbst betrieben, dann Supportleistungen auf Abruf bezogen, als nächsten Schritt in ein Managed-Service-Modell gewechselt und heute sind sie bei uns im Datacenter. Die Nüssli Gruppe ist ein schönes Beispiel für eine solch langjährige Partnerschaft. "
 
Sich dauernd um die Zukunft kümmern
Doch UMB ist, aller Kommunikation zum Trotz, bei weitem nicht nur Cloud- oder Managed-Service-Provider. Keller: "Das Handelsgeschäft ist substantiell und profitabel. Doch unser Cloud-Business trägt inzwischen bereits fast die Hälfte zur Wertschöpfung bei. Man muss sich eben um die Zukunft kümmern und darf gleichzeitig nicht vergessen, womit man heute sein Geld verdient.
 
Unsere Stärke ist, dass wir dem Kunden liefern können, was er heute braucht und ihm gleichzeit aufzeigen können, wie er seine Geschäftsprozesse effizienter machen und seine IT-Plattform weiterentwickeln kann. Wir bieten Consulting, Engineering, Sourcing, Solutions, Application Management, Managed Services, IT-Outsourcing bis hin zu Modellen, in denen der Kunde alle Leistungen aus einer Public Cloud bezieht oder hybride Cloud-Modelle bevorzugt. Wir haben die Kompetenz für alle diese Services und verstehen die teils hohe Komplexität einer Transformation zu meistern.
 
Wichtig ist, dass man ständig in die Zukunft schaut, sich aber von sogenannten Hype Themen auch nicht zu sehr blenden lässt. Wieviel Geschäft macht man heute in der Schweiz beispielsweise mit IoT (Internet der Dinge)? Nur sehr wenig im Vergleich zur Präsenz des Themas in den Medien. Doch dies war vor fünf Jahren mit Cloud-Computing genau gleich.
 
Als IT-Service-Provider darf man heute nicht darüber nachdenken, was man 2017 machen will. Sondern man muss über 2020 oder besser 2025 nachdenken. Bill Gates sagte bereits vor Jahrzehnten, dass wir die Entwicklung über die nächsten zwei oder drei Jahre tendentiell überschätzen, hingegen die Veränderungen der nächsten zehn Jahre unterschätzen. Ich glaube, er hat recht."
 
Vendors: Mal mit-, mal gegeneinander
Keller ist ein Mann, der immer Optimismus ausstrahlt. Auch das Thema "direct" und die Konkurrenz durch Microsoft mit Azure, Office 365 (und bald Dynamics 365), Amazon & Co. scheint ihn nicht zu beeindrucken. Er glaube, Schweizer Firmen suchten heute IT-Partner, die ihnen helfen, den Weg durch den Cloud-Dschungel zu finden und in der Lage sind, sie in ihrer Transformation mit Prozess- und Technologie Know-how zu begleiten. So habe er beispielsweise einen Kunden, der seine neue ERP-Lösung komplett in der Azure-Cloud betreibt, aber parallel auch eine Private Cloud sowie für seine Applikationsbereitstellung und Entwicklung eine vollintegrierte OpenShift-Umgebung aus den UMB Datacentern bezieht, um Workloads dynamisch zwischen den verschiedenen Cloud Welten zu verschieben. Die Tendenz gehe zu hybriden Modellen, so der UMB-Chef. Keller: "Der Kunde will primär neue Geschäftsfelder erschliessen und mit der Digitalisierung seine Wertschöpfungskette transformieren. Ein IT-Provider, der dem Kunden hier Mehrwert bieten und seine Komplexität reduzieren kann, ist in einer guten Position. Wer sich aber heute noch überlegen muss, ob und wie er ein Datacenter bauen will, der hat verloren." (hc)
 
Jetzt Ticket organisieren!
UMB-Chef Matthias Keller ist einer der Teilnehmer an der ersten Channel Arena der Schweiz. Es diskutieren: Marc Schnyder, Thierry Knecht (Comdat), Marco Marchesi (ispin), Yvonne Bettkober (Microsoft), Cloud-Startup-Mann Stephan Mahler und Also-Konzernchef Gustavo Möller-Hergt. Und natürlich Sie - das Publikum.
 
Die Channel Arena findet am Inside Channels Forum am 26. Januar in Aarau statt. Sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket. Einige Sponsoren und Partner haben noch Codes für Gratis-Tickets. Ansonsten kann man sie hier kaufen.