Digitec-Galaxus will hunderte neue Stellen schaffen

Florian Teuteberg.
Mehr als 1000 Angestellte bei "Digi". Doch wo baut Migros ab?
 
Der zur Migros-Gruppe gehörende Onlinehändler Digitec-Galaxus will in den nächsten Jahren hunderte neuer Stellen schaffen. "Wenn wir weiterhin die Nr. 1 der Schweiz sein wollen, brauchen wir viel mehr Ressourcen", sagte der neue Migros-Handelschef Beat Zahnd.
 
Der Antrag, aufzustocken, sei von der Migros-Spitze bewilligt worden, sagte Zahnd bei seinem ersten öffentlichen Auftritt am Freitag vor den Medien in Zürich. Zahlen wollte er auf Anfrage keine nennen, nur soviel: es werde eine namhafte Zahl zusätzlicher Stellen sein.
 
Konkreter wurde Digitec-Galaxus-Chef Florian Teuteberg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'sda': Das Ziel sei ein Personalbestand von deutlich über 1000 Stellen in den nächsten Jahren. Derzeit hat Digitec-Galaxus 832 Mitarbeiter.
 
Es sei das Ziel, einen sehr grossen Beitrag für die digitale Transformation der Migros-Gruppe leisten, sagte Zahnd, der Anfang September sein neues Amt als Chef des Departement Handel des Migros Genossenschaftsbundes (MGB) angetreten hat. Zuvor war er Chef der Migros-Genossenschaft Aare gewesen. In seinem Departement Handel hat Zahnd zwölf Firmen unter sich: Denner, Digitec-Galaxus, Depot, Ex Libris, Le Shop, M-Way und Iba, Globus, Office World, Migrol, Migrolino, Probike und Sharoo.
 
Wo und was wird abgebaut?
Der Detailhandel sei im Umbruch, sagte Zahnd: "Der Frankenschock ist nicht verdaut." So seien beispielsweise im Textilbereich die Preise in den letzten vier Jahren durchschnittlich um bis zu einem Viertel gesunken. "Dass das nicht einfach so wieder aufgeholt werden kann, versteht sich von selber", sagte Zahnd.
 
Und natürlich weiss Zahnd, dass der Onlinehandel immer wichtiger wird und dass es massive Konkurrenz aus dem Ausland (Zalando, Amazon, Ebay, ...) gibt. "Wir wollen mit den international Besten mithalten können", sagte Zahnd. Deshalb müsse man viel fitter werden.
 
Der Veränderungsdruck sei gross. "Vieles bröckelt so stark ab, dass neue Lösungen gesucht werden müssen." So dürften beispielsweise bei Ex Libris die Umsätze mit Musik, Filmen und Computerspielen in den Läden in den nächsten Jahren auf unter 15 Prozent vom Gesamtumsatz sinken. Das sei logisch. Auch er sei ein Nutzer der Streamingdienste Spotify und Netflix, sagte Zahnd. Die Online- und Offline-Welt sollen stärker verzahnt werden.
 
Wo genau er den Hebel ansetzt, wollte Zahnd noch nicht bekannt geben. Man habe 33 Massnahmen beschlossen, die nun umgesetzt würden. Es gebe Orte, wo man optimieren könne. An anderen Orten werde man stark wachsen. "Und es gibt Unternehmen, bei denen wir uns neu ausrichten müssen." Man werde zu gegebener Zeit informieren. Die Migros-Presseabteilung wollte auf Anfrage von inside-channels.ch die Ausführungen Zahnds nicht weiter konkretisieren.
 
Digitec-Konkurrent Melectronics gehört nicht zu Zahnds Department Handel. (sda / hc)