ICTSwitzerland: Dobler soll Noser beerben

Digitec-Mitgründer und FDP-Nationalrat Marcel Dobler soll neuer Präsident des Dachverbands ICTSwitzerland werden.
 
Der Dachverband der Schweizer Informatik, ICTSwitzerland, sucht bekanntlich einen neuen Präsidenten. Ruedi Noser, der den Verband seit 2009 geleitet hat, tritt an der nächsten Generalversammlung nicht mehr zur Wahl an.
 
Wer in die ziemlich grossen Fussstapfen Nosers tritt, braucht ein stabiles Selbstbewusstsein, denn unter dem FDP-Ständerat wurde der Dachverband zu einem relevanten Player in der Schweizer Wirtschaft. Die Latte liegt hoch. Nosers Nachfolger hat Selbstbewusstsein und kann hoch springen: Geht es nach dem Vorstand des Dachverbandes, wird es der Digitec-Mitgründer und frischgebackene FDP-Nationalrat Marcel Dobler sein, wie inside-it.ch weiss.
 
Der Vorstand des Dachverbands will Dobler an der Generalversammlung als künftigen Präsidenten vorschlagen. Dobler muss dann an der GV des Dachverbands noch formell gewählt werden. Als Vizepräsidenten wird der Vorstand SVP-Nationalrat Grüter vorschlagen, ist der Redaktion zu Ohren gekommen.
 
Wieder ein Unternehmer, der als Lehrling begann
Wie sein Vorgänger Ruedi Noser hat auch Dobler seine Karriere als Lehrling begonnen. Nach der Lehre als Elektroniker begann Dobler das Informatik-Studium an der Hochschule Rapperswil. Noch während des Studiums gründete er zusammen mit Florian Teuteberg und Oliver Nägeli Digitec. Das Unternehmen wurde zu einem riesigen Erfolg und veränderte den Schweizer IT-Handel radikal. 2014 stieg Dobler bei Digitec aus. 2013 hatte sich der Migros-Konzern am Online-Revolutionär beteiligt.
 
Dobler ist nicht nur erfolgreicher Unternehmer, sondern auch Spitzensportler (Zehnkampf, Bob). Noch erfolgreicher ist er als Politiker: Er wurde letzten Herbst (nicht für alle) überraschend für die FDP im Kanton St. Gallen als Nationalrat gewählt.
 
Die Wahl eines Unternehmer-Politikers hat sich für ICTSwitzerland bewährt. So ist der Vorschlag des Vorstands, dem die Delegierten des Verbands zweifellos folgen werden, für Kenner der Szene nicht überraschend. (Christoph Hugenschmidt, Recherche: Redaktion)