Flüchtet Avaya in Gläubigerschutz?

Der Telekom-Anbieter Avaya möchte das Call-Center-Business verkaufen und könnte danach Insolvenz beantragen.
 
Der Kauf von Avaya vor neun Jahren hat den bekannten Beteiligungsfirmen Silver Lake und TPG kein Glück gebracht. Der Hersteller von Telefonieanlagen hat seit 2007 nie mehr Gewinn gemacht und ist schwer verschuldet. Grund für die andauernden Verluste sind hohe Schuldzinsen. Man untersuche kontinuierlich Möglichkeiten, die Kapitalstruktur zu verbessern, heisst es in einer Pressemitteilung, in der einige vorläufige Zahlen zum letzten Geschäftsquartal mitgeteilt werden.
 
Nun versucht Avaya das Business mit Call-Center-Anlagen zu verkaufen. Als Interessent wird eine weitere US-Beteiligungsfirma genannt. Nach dem Verkauf des wichtigen Geschäftsteils könnte Avaya sogar den Schutz des US-Konkursrechts suchen, schreibt das meist gut informierte 'Wall Street Journal'. Avaya könnte unter Gläubigerschutz die Gläubiger dazu animieren, Schulden in Eigenkapital umzuwandeln. Die Anteile der bisherigen Aktionäre würden an Wert verlieren. Die renommierte New-Yorker-Zeitung würde eine solche Story nie bringen, hätte sie nicht sehr gute Quellen.
 
Avaya Schweiz war heute für inside-channels.ch nicht erreichbar – ein Anruf auf die Hauptnummer wurde nach Österreich umgeleitet.
 
Avaya stellt Telefonzentralen und Kommunikationslösungen für Firmen her. Der Anbieter leidet unter der starken Konkurrenz durch Cisco und vor allem auch unter dem Erfolg von Microsofts Skype for Business. (hc)