Leider Nein (Die Folge mit Möwen)

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.
 
Haben Sie auch das Gefühl, die Spatzen würden immer lauter und ihr Getschilpe töne immer mehr ein bisschen wie Möwengeschrei? Und haben Sie heute Morgen das Meeresrauschen im Zürcher Kreis 4 gehört und die Austernbänke bei der Roten Fabrik gesichtet? Nein? Alles nur Halluzination? Ein akuter Anfall von Ferienreife? Okok. Ich habe verstanden, ist ja gut, ich gehe.
 
Dabei ist so vieles nicht getan: Wir haben nichts über "Sprachanalyse für Schweizerdeutsch" geschrieben, haben das Thema "WYSIWYG für das Data Warehouse" ignoriert, verpassten die Suchmaschinen-Konferenz" (und gefühlt 42 weitere Konferenzen dazu), gingen nicht zum "Innovation Day" von Ricoh (und gefühlt 16 anderen Anbietern) und haben deshalb keine Ahnung von Innovation, gingen weder zum "Pre-" noch zum "Postbriefing" der CES und auch nicht an die CES selber, lauschten nicht, als Richard M. Stallmann uns über "A Free Digital Society" aufgeklärt hätte und blieben bockig im Büro, als man uns zeigen wollte, wie die "CRM-Lösung CAS genesisWorld cloudfähig umgesetzt" wird.
 
Wir lehnten rund 63 angebotene Telefoninterviews zum Launch der Version 18.3 der Backup- oder Sonstwas-Lösung xy ab, luden 26 CEOs, Marketing-Leiter, Vice Presidents EEA, CTOs und Verkaufsleiter Region Berner Oberland West nicht zum angebotenen Redaktionsbesuch ein und schlugen uns nicht an 31 Medienfrühstücken, wo es gar keine Medien, sondern Gipfeli und Könfeli und eingeflogene unreife Tropenfrüchte gibt, die Bäuche voll und liessen uns nicht an 19 Housewarmings, 8 Apéros und 54 Apéro riches und einer Democenter Party abfüllen.
 
Hingegen waren wir an einem Ludicious Workshop für Manager, an zwei Industrie 4.0-Konferenzen, an einer Monster-IT-Messe in Hannover und zwei Pre-Monster-IT-Messen-Presse-Apéros und-Briefings und an einem Monster-Mobile-Kongress in Barcelona samt Pre-Monster-Mobile-Kongress-Event in London, versuchten, ein Roundtable zur etwas esoterischen Frage, warum IT-Startups in den USA leichter vom Fleck kommen, als in der Schweiz (kennsch Marktgrösse?) zu moderieren, nahmen am einem Sushi-Kurs teil, besuchten ein Parlamentarier-Dinner in Bern, eine Delegiertenversammlung von ICT-Switzerland ebenfalls in Bern, neun xy-Foren, diverse Launch Partys, liessen uns an der Verleihung von 98 Best of Awards quälen und lasen 27 Studien zum Thema Digital Transformation in Switzerland (wahlweise auch Finanzindustrie, Government, Versicherungswesen und Landwirtschaft).
 
Verstehen Sie nun, warum mir Spatzen-Getschilpe immer mehr wie Möwengeschrei vorkommt und das Rauschen des Verkehrs an der Langstrasse wie Brandung hinter den Dünen bei Perros-Guerec? Ich darf gehen, gälledsi? Bis bald im August! (Christoph Hugenschmidt)