Spazieren mit Roland Brack

Während oben MessebesucherInnen Hotdogs vertilgen, wird unten gearbeitet. Diesen Mittwoch in Willisau.
2200 BesucherInnen an der Competec-Hausmesse (in Willisau!).
 
Die Competec-Gruppe mit dem Distributor Alltron und dem Online-Händler Brack.ch baut aus und Firmengründer, -Besitzer und CEO, Roland Brack, ist stolz. Er liess es sich diesen Mittwoch nicht nehmen, mir bei einem schnellen Rundgang durch das Hightech-Logistik-Zentrum in der ehemaligen Legofabrik in Willisau die neuesten Errungenschaften zu zeigen und einige künftige zu beschreiben.
 
Wer einmal mit Brack durch das für Schweizer Verhältnisse grosse Logistikzentrum marschiert ist, sollte es begreifen. Digitalisierung heisst E-Commerce und E-Commerce heisst Logistik. Digitalisierung des Handels heisst mehr Logistik und innerhalb der Logistik mehr Automatisierung und mehr Roboter.
 
Als Roland Brack 2012 ein vollautomatisches, robotorisiertes Kleinteilelager von Swisslog einführte, unkten so manche Konkurrenten. Das ursprünglich schwedische "Autostore"-System sei zu teuer und lasse sich nicht rentabel betreiben.
 
Gestern zeigte er mir die zweite, neue und grössere Autostore-Einheit. Sie hat 125'000 Behälterstellplätze, von denen aktuell erst 40'000 benützt werden. Brack ist ein risikofreudiger Investor, der über einen längeren Zeitraum denkt, denn die grosse Anlage muss bezahlt sein, ob sie ganz, zur Hälfte oder nur zu einem Viertel ausgelastet ist. Allerdings kann Competec die Transportroboter, die unermüdlich auf der Anlage herumflitzen und Waren ein- um- und auslagern, nach Bedarf einkaufen. Zur Zeit sind erst 65 Roboter aktiv - später werden es einmal 200 sein.
 
Die Logistik-Software ermöglicht höchste Sicherheit. Denn nun lagert das System ankommende Waren wenn möglich sowohl in der alten wie der neuen Autostore-Einheit ein. Nur ganz selten sind die Bestellmengen so gross, dass die Waren aus den beiden Anlagen wieder zusammengeführt werden muss. Aber auch das geht.
 
Es gibt nicht nur eine neue, grössere Autostore-Anlage, sondern die Verpackungslogistik ist seit meinem letzten Besuch massiv gewachsen. In Zukunft werden weitere menschliche Arbeitsschritte automatisiert, um die geplanten Mengen überhaupt noch verarbeiten zu können. Ein Maschine dafür - die erste bei einem IT-Händler - zeigte mir Brack mit Schmunzeln. Aber ich musste versprechen, nichts darüber zu schreiben. Nur so viel: Sie kann viel.
 
Ausserdem wird in Zukunft der Transportweg zwischen der Kommissionierung und den Containern der Transporteure mit Förderbändern überbrückt.
 
Der Neubau: Die Legofabrik ist erst der Anfang
Wer, wie ich, gedacht hat, der Kauf der ehemaligen Legofabrik in Willisau schaffe mehr als genug Logistik-Platz für ein ganzes Jahrzehnt, hat sich getäuscht. Bereits ist der Neubau für eine riesige, neue Logistikhalle ausgesteckt. Sie hat eine Grundfläche von 10'000 Quadratmeter und wird ein (natürlich automatisiertes) Hochregallager für 35'000 Paletten und 100'000 Halbpaletten enthalten. Die neue Halle wird fast so viel neues Lagervolumen haben, wie die sechs Einheiten der Legofabrik.
 
Lagerhalle für Messe schnell leergeräumt
2200 Besucher zählte die Competec-Gruppe an der Hausmesse am Mittwoch und Donnerstag in Willisau. Um die Messe mit über 70 Ausstellern unterzubringen, musste eine ganze Halle leergeräumt werden.
 
Trotzdem lief er Betrieb des Logistik-Zentrums während der Messe voll weiter. Es wurde Waren entgegengenommen und eingelagert, komissioniert und in den 40-Tönner der Post verschoben.
 
Während die Arbeiterinnen und Arbeiter schuffteten, kontrollierten, ein- und auslagerten vertilgten die Besucher 80 Bleche Pizza (13,6 Kilo Tomatensauce und acht Kilo Mozzarella) und 400 Würstchen und 1659 Hot Dogs und tranken 3500 Becher Kaffee. (Christoph Hugenschmidt)