Superreich mit Erben, Pharma, Steuerflucht, Hightech, aber...

Die meisten Superreichen in der Schweiz haben ihr Geld in nicht in der ICT-Branche verdient. Nur wenige (aber immer mehr) kommen aus dem IT-Business.
 
Wer die Liste der 300 reichsten Menschen und Familien der Schweiz, die die Zeitschrift 'Bilanz' jährlich veröffentlicht, nach lokalen Playern aus der ICT-Industrie durchforstet, muss ziemlich lange blättern. Acht der zehn reichsten Menschen und Familien ('Bilanz' führt sie gemeinsam auf) haben ihr Geld ausserhalb der Schweiz verdient und sind damit dann in die Steueroase Schweiz geflohen. Einer davon, Patrick Drahi, wurde mit Telekommunikation und Informatik (Kabel-TV, Telefonie, Internet) superreich. In der Schweiz besitzt er aber "nur" den Internet-Provider und Hosting-Anbieter Green.ch.
 
Hier eine kleine Übersicht über die Reichen aus dem Schweizer ICT-Geschäft:
 
Reich mit Software:
Daniel S. Aegerter (600 - 700 Mio.) Mit Armada Investment in diversen Software, IT- und Hightech-Firmen investiert. Etwa Bexio (ehemals EasySys), Codio, euronetworks und Kitedesk.
 
Francisco Fernandez (500 - 600 Mio.). Co.-Gründer und -Besitzer von Avaloq, auch am Software-Hersteller AdCubum beteiligt.
 
Alain und Victoria Chuard (300 - 350 Mio.) Verkauften ihre Softwarefirma Wildfire 2011 an Google.
 
Reich mit IT-Handel und -Dienstleistungen:
Erich und Elga Kellerhals. (3,5 - 4 Mrd.). Media-Markt Gründer. Heute noch mit Sperrminorität beteiligt. Zum Ärger des Metro-Konzerns.
 
Walter Fust (600 - 700 Millionen): Gründer der Dipl. Ing. Fust AG, die 2007 an Coop verkauft wurde.
 
Familie Schroff (300 - 350 Mio.) Hat die Mehrheit am IT-Disti Rotronic 2013 an Michael Taraba verkauft. Auch im Hightech-Bereich (Industrieschränke, Messgeräte) unterwegs.
 
Claudio Cisullo (100 - 150 Mio.): Der Mann, der als Reseller und IT-Dienstleister (Panatronic, 2010 an Swisscom verkauft) reich wurde. Heute (unter anderem) an der Beschaffungsfirma ChainIQ beteiligt.
 
Hightech:
In allen Hightech-Firmen steckt Software - und zwar immer mehr. Viele der Superreichen, die weder einfach eingewandert oder Erben sind, haben Geld mit Technologie-Firmen verdient. So die Familien Schindler, die Gebrüder Rihs, die Familie Endress, Michael Pieper, die Familie Bühler oder etwa Peter Spuhler. Zur IT-Branche zählen aber nur wenige davon.
 
André Kudelski (450 - 500 Mio.). Gründer des gleichnamigen welschen Herstellers von Verschlüsselungs- und Zutritts-Systemen.
 
Daniel Borel (150 - 200 Mio.) Gründer von Logitech.
 
Haben auch irgendwie mit Informatik zu tun:
Erben Haefner (7-8 Mrd.) Die Erben des Autohändlers Walter Haefner sind immer noch am US-Softwarehändler CA beteiligt.
 
Bettina Würth. (1,5 - 2 Mrd.) Befestigungstechnik, aber auch KMU-IT-Outsourcing (Würth Itensis).
 
Medien sind IT-Firmen:
Tamedia-Manager Christoph Brand sagt es bei jeder Gelegenheit: Der Tamedia-Konzern braucht etwa gleich viele Software-Ingenieure wie Journalisten. Also:
Familie Coninx (1,5 - 2 Mrd.). Tamedia.
 
Familie Ringier (900 - 1000 Mio.). Ringier
 
Hat den Anruf von 'Bilanz' nicht entgegengenommen:
Roland Brack: Wieviel ist die Competec-Gruppe heute wert?
 
Noch nicht superreich:
Noch nicht superreich aber immerhin schon in der Rubrik "Top" in der 'Bilanz' augeführt ist Johannes Reck. Er ist Mitgründer und CEO der Online Tour-Buchungsplattform GetYourGuide. Sie wurde eben von der Beteiligungsfirma KKR und anderen mit frischem Risikokapital von 50 Millionen ausgestattet. (hc)