Schweizer E-Commerce-Markt wächst zweistellig

Im Vergleich zum Ausland geben Schweizer deutlich mehr aus beim Online-Shopping.
 
Online-Shopping ist eigentlich beileibe nichts Neues mehr. Trotzdem sind die Online-Ausgaben der Schweizer auch dieses Jahr kräftig gestiegen, so eine aktuelle Studie von NetComm Suisse. "Wir können den Marktwert des E-Commerce-Markts heute auf 9,1 Milliarden Schweizer Franken schätzen", kommentiert Alessandro Marrarosa, der Präsident von NetComm Suisse. "Das entspricht einem Wachstum von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieses erhebliche Wachstum ist der weiteren Verbreitung des Online-Kanals und der fortschreitenden Digitalisierung der Schweizer Bevölkerung zu verdanken."
 
Laut der Studie ist das Wachstum vor allem darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Online-Shopper noch einmal deutlich gestiegen ist, verglichen mit 2014 um 500'000 auf 4,7 Millionen Personen. Die durchschnittlichen Online-Ausgaben pro Kopf sind mit knapp 2000 Franken ungefähr gleich geblieben, liegen aber deutlich höher als in anderen europäischen Ländern.
 
Höher seien die Online-Ausgaben hierzulande insbesondere in den Kategorien Reisen/Transport, Technologieprodukte, Lebensmittel, Versicherungen und Kinderprodukte. Zudem würden Schweizer und Schweizerinnen eher Anbieter bevorzugen, die auch über physische Verkaufsstellen im Inland verfügen. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass das Vetrauen der Käufer in solche Anbieter vergleichsweise hoch ist. Pick-Up-Angebote würden hierzulande nämlich weniger genutzt als im europäischen Umland.
 
Ein weiterer Befund dürfte einheimische Anbieter weniger freuen: Schweizer greifen überdurchschnittlich oft auf ausländische Online-Shops zurück. Der Hauptgrund dafür, so die Studie, sei die Suche nach tieferen Preisen oder Produkten, die im Inland gar ncht angeboten werden. Mehr als die Hälfte der Online-Shopper haben laut der Umfrage mindestens einmal ein ausländisches E-Commerce-Angebot benützt. "Die Crossborder-Käufer stellen ein großes Segment dar und tätigen 35 Prozent ihrer Online-Ausgaben ausserhalb der Landesgrenzen", schreibt Carlo Terreni, General Director von NetComm Suisse. Allerdings, so Terreni, geben diese Shopper im Schnitt auch insgesamt 450 Franken mehr aus pro Jahr als die reinen Inland-Käufer.
 
Die von den Schweizer am häufigsten benutzten Bezahl-Methoden seien PayPal (43 Prozent), Kreditkarten (40 Prozent) und Nachnahme (39 Prozent). Dabei geben Kreditkartenbesitzer mehr aus als andere.
 
Die Studie wurde von ContactLab, einem Mitglied von NetComm Suisse erstellt. Befragt wurden Schweizer Konsumenten im Alter von 16 bis 65 Jahren. NetComm Suisse ist ein Verband für Akteure aus der Branche des elektronischen Handels und der digitalen Kommunikation (hjm)