Morgen beginnt die HP-Trennung

Ab dem 1. August beginnt die operative Trennung von HP.
 
1939 wurde HP gegründet. Das 75-jährige Bestehen konnte das Unternehmen somit noch feiern. Ab dem 1. August jedoch beginnt für HP die operative Trennung. Zur endgültigen Scheidung kommt es am 1. November. Über 100'000 Personen hätten daran gearbeitet, die Aufspaltung vorzubereiten; mehrere Milliarden Dollar wird das Unterfangen kosten.
 
Kurzer Lieferstopp
Ab morgen legt das Unternehmen bis zum 6. August eine Lieferpause ein, wie kürzlich bekannt wurde. In dieser Zeit werde HP das interne System aufteilen. Bestellungen werden zwar entgegen genommen, aber erst ab dem 7. August wieder ausgeliefert.
 
Ab November gehört die jetzige PC- und Druckersparte zu HP Inc. und das Server-, Storage und Netzwerk-Geschäft zu Hewlett-Packard Enterprise. Dieses trennt sich übrigens auch vom gewohnten blauen Logo und wird künftig in grün auftreten.
 
Die aktuelle HP-CEO Meg Withman wird nach der Aufteilung Hewlett-Packard Enterprise vorstehen. HP Inc. wird per 1. August weltweit von Dion Weisler geführt werden. Er steht bis anhin der Drucker-Sparte als Executive Vice President vor. In der Schweiz wird Adrian Müller Chef von HP Inc. und Marcel Borgo wird Hewlett-Packard Enterprise vorstehen.
 
Milliarden teure Scheidung
Wie die Ergebnisse des zweiten Quartals zeigten, kommt das Unternehmen die Scheidung teuer zu stehen. 1,8 Milliarden gibt HP für die Restrukturierung aus, weitere 950 Millionen werden für Steuern aufgewendet. Hinzu kommt eine weitere halbe Milliarde Dollar, um gewisse Unternehmens-Funktionen zu duplizieren.
 
Das Unternehmen betonte jedoch, dass mit dem Split bis zu einer Milliarde Dollar pro Jahr eingespart werden wird.
 
Zusammenarbeit nach dem Split
Wie CEO Whitman einem Bericht von 'CRN' zufolge sagte, werden die beiden Unternehmen unabhängig voneinander schneller reagieren und innovativer arbeiten können.
 
Die Aufteilung soll es einfacher machen, Entscheidungen zu treffen. Auch das Management würde dadurch verschlankt, was Prozesse beschleunigen soll. Beide Konzerne sollen sich somit besser auf das jeweilige Kerngeschäft konzentrieren können, ist sich Whitman gemäss dem Bericht sicher.
 
Hewlett Packard Enterprise und HP Inc. werden auch nach der Aufteilung eng zusammenarbeiten. Durch eine Übergangsvereinbarung werden sich die beiden Unternehmen noch einige Services teilen. Darunter etwa die Finanz- und Personalabteilung, sowie auch das Marketing und Immobilien, wie 'CRN' weiss. Bis zu zwei Jahre, soll diese Übergangsphase dauern. Darüber hinaus hält CEO Whitman Einzug in den Verwaltungsrat von HP Inc. (kjo)