Schweizer "Schulreise" an die Cebit

ICTswitzerland lud ein, 150 Personen folgten.
 
Alles, was Rang und Namen hat in der Schweizer IT-Branche, traf sich vergangenen Freitagmorgen am Flughafen Kloten. Ziel: Hannover. ICTswitzerland will die weltweit grösste IT-Messe Cebit stärker in der Schweiz positionieren. Deshalb lud der Branchendachverband die hiesigen IT-EntscheiderInnen und BranchenvertreterInnen ein, und konnte ein Flugzeug mit 150 Personen füllen. Der Präsident von ICTswitzerland und Initiator der Reise Ruedi Noser zeigte sich zufrieden: "Vor vier Jahren bestand die Delegation noch aus sechs Personen."

In einem Tag die weltweit grösste IT-Messe zu besuchen - eine Sache der Unmöglichkeit. Dafür wurden den Reisenden fünf verschiedene geführte Touren angeboten, um durch das Messe-Labyrinth zu führen. Inhaltlich gab es dann aber nicht viel bahnbrechendes. Daran störte sich aber niemand, die Stimmung unter der Schweizer Delegation war gut, man hatte sich untereinander genug zu erzählen.
 
Kein Swiss Pavillon "Security"
Eigentlich sollten zwei neue Schweizer Pavillons in Hannover sein: Zum einen zum Thema "Research & Innovation" und zum anderen "Security". Letzterer fand aber nicht statt. "Für den Ausstellungsbereich Security waren wir in der Akquisition etwas zu spät. Und mit weniger als fünf Unternehmen wollten wir nicht mit einem Gemeinschaftsstand auftreten", so die Erklärung des ICTswitzerland-Geschäftsführers Andreas Kälin. Für das nächste Jahr seien aber bereits Interessenten gemeldet.
 
Der neue Pavillon "Research & Innovation" bekam gute Noten von der Schweizer Delegation. Er sehe "frisch" aus und hatte mit Roboy, dem humanoiden Roboter mit Muskeln, auch einen richtigen Hingucker und Besuchermagnet. Zudem konnten bekannte und weniger bekannte Startups ihre Produkte vorzeigen. So beispielsweise KeyLemon, das Authentifizierungslösungen herstellt, Starmind, das eine Art künstliches Hirn entwickelt hat oder Qipp, eine Plattform, womit man "Lieblingsdinge" wie Velos oder elektronische Geräte online organisieren kann.
 
Gesamthaft waren in diesem Jahr 40 Aussteller und 1'700 Besucher aus der Schweiz in Hannover. Damit wurde das erklärte Ziel erreicht, aber nicht übertroffen. Es gab bereits Jahre mit bis zu 50 Schweizer Ständen an der Cebit.
 
Hochgesteckte Ziele
Das Ziel von ICTswitzerland war, dass die Schweiz nach 1991 an der Cebit wieder als Partnerland auftreten darf - und zwar bereits 2015. Ein Plan, der wohl geplatzt ist, da in diesem Jahr bekanntlich England Partnerland war. Ruedi Noser hält aber daran fest: "Dann werden wir halt 2016 Partnerland." Danach könne er zurücktreten, erzählt er der versammelten Schweizer Delegation in Hannover mit einem Schmunzeln.
 
Ein weiterer Plan ist es, im kommenden Jahr nicht ein, sondern drei bis fünf (!) Flüge der Schweizer IT-Branche zur Verfügung zu stellen. "Doch wir wollen nicht einfach Flieger hinstellen, sondern diese in ein Gesamtkonzept von Flug, Transfer, Ausstellung, Meetings, Referaten und Networking einbetten", erklärt Kälin das ambitionierte Ziel.
 
Nicht alle, mit denen wir am Ausflug gesprochen hatten, waren von dem Plan überzeugt. In diesem Jahr wurde die Reise zum ersten Mal organisiert, weshalb das Interesse gross war. Ausserdem kamen nur sehr wenige nach Hannover, um wirklich Neuigkeiten an den Ständen zu entdecken, sondern vielmehr, um sich in der Szene auszutauschen. (Linda von Burg)
 
Bildlegenden: Kleines Bild Front: Roboy. Grosses Bild im Text: Versammelte Schweizer Delegation
 
Interessenbindung: Flug und Essen wurden der Journalistin von ICTswitzerland bezahlt.