Weniger gut sieht hingegen die Entwicklung des Gewinns aus. Dies weil Bechtle massiv in qualifizierte Mitarbeitende und Weiterbildung investiert und die Abschreibungen nach Akquisitionen etwas gestiegen sind. Wie Bechtle-Konzernchef Thomas Olemotz heute Morgen an einer Telefonkonferenz sagte, sank die EBIT-Marge (eine Kennzahl, die den operativen Gewinn vor Steuern und Zinsen zeigt) von 4,4 auf 3,1 Prozent des Umsatzes. Der Konzern bleibe aber beim langfristigen Ziel einer EBIT-Marge von fünf Prozent, so Olemotz.
Nicht so toll lief das Geschäft für Bechtle in der Schweiz, wo das Systemhausgeschäft unter dem Weggang von zwei Grosskunden litt. So hat UBS den Printer-Vertrag mit der Bechtle-Firma Coma aufgelöst und in der Romandie beendete Nestlé einen Outsourcing-Vertrag mit Bechtle. In Österreich scheint Bechtle hingegen ein tieferes Problem im Systemhaus zu haben, es wird gemäss Olemotz restrukturiert. Die Folgen sind relativ dramatisch: Der Umsatz im VAR-Geschäft in der Schweiz und Österreich sank im zweiten Quartal um 19 Prozent auf noch 49 Millionen Euro. Bechtle Schweiz büsste gemäss Olemotz ungefähr sechs Millionen Euro Umsatz und auch entsprechend viel Gewinn ein, wie er in der Telefonkonferenz sagte.
Wegen den beiden verlorenen Grossaufträgen hat Bechtle Schweiz nun 40 Stellen weniger - die meisten davon sind allerdings Jobs beim Kunden selbst, die nun woanders sind. Olemotz glaubt, dass Bechtle Schweiz die beiden Grossaufträge kompensieren könne.
Insgesamt scheint der Konzern von der Euro-Krise völlig unbeeindruckt. Es wird kräftig in die Expansion und in die Qualifikation der Mitarbeitenden vor allem in Sache Storage, Cloud und Virtualisierung, investiert. Olemotz betonte, dass eine sich verschärfende Wirtschaftslage eben auch Chancen zu weiteren Übernahmen (Bechtle hat zum Beispiel erst kürzlich das CAD-Business ausgebaut) böten. Er habe laufend etwa fünf Angebote auf dem Tisch. Darunter auch solche, die man sehr genau prüfe.
