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Mittwoch, 08.08.2012
Seltene Erden: China zieht Daumenschrauben an

Seit Jahren liegen die USA, Japan und die EU mit China im Clinch, weil Beijing den Export der für High-Tech-Produkte so wichtigen Seltenen Erden immer mehr beschneidet.
 
Erklärt wird dies mit dem Schutz der nationalen Ressourcen und vor allem auch der Umwelt. Denn der Abbau der Selten-Erden-Metalle, die auf so komische Namen wie Yttrium, Dysprosium und Ytterbium hören, ist ein eher schmutziges Geschäft, weshalb die USA, bis in die 1980er Jahre hinein übrigens Hauptquelle, die Förderung praktisch gegen Null gefahren hat. Seltene Erden werden in vielen Hightech-Produkten wie Bildschirmen, Akkus oder Leuchtmitteln verwendet.
 
Neue Bestimmungen sehen nun Mindestproduktionsmengen für Minen und Schmelzen vor. Wie die englischsprachige "China Daily" am heutigen Mittwoch einen Regierungsbeamten zitiert, würden ein Drittel der Minen und etwa die Hälfte aller Schmelzen die Anforderungen voraussichtlich nicht erfüllen können. Ausserdem hat China nun eine eigene Handelsplattform für Seltene Erden gestartet. Die Preisgestaltung soll "transparent und einheitlich" sein, erklärte der stellvertretende Generalsekretär Zhang Rihui dem staatlichen Rundfunk. Wie 'Spiegel Online' und andere westliche Medien vermuten, soll die neue Plattform nur der Sicherung des eigenen Monopols dienen.
 
Schätzungen zufolge verfügt das kommunistische Reich der Mitte über ein Drittel der weltweiten Vorkommen, stellt es aber mit über 100'000 Tonnen rund 90 Prozent der weltweiten Produktion. Nachdem die chinesische Führung den Export immer weiter gedrosselt hat, gibt es nicht nur in den USA wieder Initiativen, neue Minen zu erschliessen und stillgelegte zu reaktivieren.
 
Allianz zwischen Japan und Vietnam
Passend die Nachricht von Mitte Juli, dass Japan und Vietnam sich zu einer Allianz gegen Chinas Dominanz zusammengeschlossen haben. Mit Start 2013 soll die Jahresproduktion der seltenen Metalle innerhalb eines Jahres von 3.000 auf 7.000 Tonnen erhöht werden.
 
Im nordsächsischen Storkwitz bei Leipzig hat die Deutsche Rohstoff AG im Frühjahr 2012 mit Probebohrungen begonnen. Sie vermutet in Tiefen von bis zu 700 Meter mit geschätzten 136'000 Tonnen die grössten Vorkommen in Mitteleuropa. So rar, wie der Name vermuten lässt, sind die Seltenen Erden gar nicht. Schwierig bis extrem schmutzig oder auch unökonomisch ist eben nur der Abbau. (kh)
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