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Donnerstag, 12.07.2012
Todesnachricht für Windows XP - Partner applaudieren

Kevin Turner COO Microsoft
Als "Beginn einer neuen Ära" bezeichnete Steve Ballmer den auf der weltweiten Partnerkonferenz angekündigten Verkaufsstart von Windows 8. Auch für seine Business-Anwendungen erhofft sich das Softwarehaus eine Menge davon.
 
Es wäre vermessen zu sagen, dass der spannendste Teil seiner Keynote der vorangegangene Kurzauftritt der britischen Band Thievery Corporation war. Indes: So richtig begeistern konnte Microsoft-COO Kevin Turner (Foto) die 16'000 zuhörenden Partner während seiner Rede auf dem letzten Tag der Worldwide Partner Conference (WPC) in Toronto nur mit einer Todesnachricht: "Windows XP – Rest in peace". "Sterben" wird das Betriebssystem im April 2014, dann wird es weder Support noch Sicherheitsupdates mehr geben.
 
Seitenhieb gegen Google
Und Turner nahm diesen nahenden Tod dann zum Anlass, den Partnern Dampf zu machen und sie auf die neuen Produkte einzuschwören. Allein durch das Deployment von Windows 7 und 8, Office 2010 und Internet Explorer hätten die Microsoft-Partnerunternehmen global einen Riesenmarkt zu bedienen: "Das ist ein mehr als 12 Milliarden schwerer Markt", so Turner.
 
Einen ähnlichen Applaus wie beim XP-Todesglöckchen heimste Kevin Turner dann nur noch mit einem Seitenhieb auf seinen ärgsten Widersacher Google ein. "Es ist wichtig für uns und euch, dass wir den Kunden die versteckten Kosten von Google Apps aufzeigen", so Turner. Diese bezifferte der Microsoft-COO auf jährlich 718 Dollar für Anwendungen wie Postini, WebEx oder MyOneLogin, die in Microsofts Konkurrenzangebot indes bereits enthalten seien. Zudem kämen, so Turner, dazu noch Kosten zwischen einmal 69 und 369 Dollar für etwa einen Exchange-to-Google-Apps-Migrator oder Shared Contact Services.
 
Ansonsten schwor Turner die Partner von Microsoft vor allem auf das umfassende Ökosystem seines Hauses ein. Windows 8, Apps für die einheitliche, neue Plattform, Office 365, die Cloud in allen Formen, SQL oder etwa Dynamics böten nahezu gigantische Umsatzchancen.
 
Schweizer ERP-Business wächst schnell
Und in der Tat: Die Möglichkeit, durch Windows 8 geräteübergreifend auf eine moderne Plattform zu wechseln, scheint auch Microsofts Schweizer Markt für Business-Applikationen gute Chancen zu bieten. "Wir haben einen Plattformvorteil gegenüber dem Wettbewerb", sagt Harald Wentsch, Head of Microsoft Business Solutions in der Schweiz. Im ERP-Bereich wachse Microsoft Schweiz nach Angaben von Wentsch gut sechsmal schneller als der Wettbewerb und im CRM-Markt sogar neun bis zehnmal.
 
Auch gewinne das Unternehmen derzeit viele neue Partner dazu, "vor allem aus dem AS/400 oder Progress-Umfeld", so Wentsch. Es sei, berichtet der Microsoft-Manager weiter, eine Konsolidierung auf dem Schweizer Markt spürbar, von der man seitens Microsoft "sehr stark" profitieren würde. Schliesslich sei es ebenfalls ein Vorteil der neuen Architektur, die Komplexität der Geschäftsapplikationen zu reduzieren. "Unternehmen können so die Oberfläche wesentlich individueller auf die Bedürfnisse des Nutzers zuschneiden", so Wentsch. (Text und Foto: Sven Hansel, Toronto)
 
Interessenbindung: Der Autor nimmt auf Einladung von Microsoft an der Worldwide Partner Conference in Toronto teil.
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