Im Rahmen der alljährlichen Medienkonferenz liess Matter durchblicken, dass die Internationalisierungsstrategie von Finnova ins Stocken geraten ist. Die Bank, die letztes Jahr noch vorhatte, ihre Auslandsniederlassungen auf Finnova zu migrieren, hat sich aus den internationalen Märkten zurückgezogen. Das Projekt hat sich mittlerweile auf die Schweiz reduziert. "Back to square one", meinte Matter in Bezug auf die Internationalisierung. Er betonte aber, dass Finnova nach wie vor daran festhalte, in Luxemburg, Deutschland, Singapur und Hongkong Fuss zu fassen. Man habe wertvolle Erfahrungen gesammelt. Finnova ist wie der Zürcher Mitbewerber Avaloq auf das Ausland angewiesen, da in der Schweiz die Bankenlandschaft in den letzten Jahren schon weitgehend modernisiert worden ist.
Christoph Erb (Foto: im Hintergrund), Bereichsleiter Customer Care bei Finnova, zeigte die aktuellen Entwicklungsschwerpunkte des Aargauer Softwareherstellers auf. Die Flut an Regulatorien werde die Prioritätensetzung der Softwareentwicklung bestimmen. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Weiterentwicklung der im Vorjahr lancierten iPhone App. Bislang haben sich lediglich drei Banken dafür entschieden. Finanziell sei dies noch keine Erfolgsgeschichte, hiess es seitens Finnova. Doch das Unternehmen setzt nun auf die Weiterentwicklung der App, die es in der neuen Ausführung unter anderem erlauben wird, Börsentransaktionen und Zahlungen durchzuführen. Die in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Softwarehersteller Netcetera entwickelte App soll im vierten Quartal 2012 erscheinen. Finnova hofft, dass die neue App bei mehr Banken auf Anklang stossen wird. Gemäss Erb gab es bereits bei der ersten Version der App, die noch in Kooperation mit Ergon entwickelt worden war, positive Rückmeldungen von den drei Banken. Im Markt für mobile E-Banking-Lösungen tummeln sich mittlerweile aber viele Anbieter wie etwa Crealogix oder IBM.
Anfang dieses Jahres hatte der Finnova-Konkurrent Avaloq 120 Stellen gestrichen. Wiederholt wurde Finnova-CEO Matter seitdem gefragt, ob nicht auch sein Unternehmen Jobs abbauen müsse. "Im Gegenteil, wir haben Stellen geschaffen", betonte Matter heute. Auf die Frage, ob Leute, die bei Avaloq entlassen wurden, bei Finnova angeklopft haben, sagte Matter schmunzelnd: "Nicht alle."
