Dazu beitragen soll einerseits das Active Data Warehouse (ADW) des Unternehmens, das erstmalig mit der Cloud kombiniert wird. Die sogenannte "ADW Private Cloud" soll Unternehmen dabei helfen, die vorhandene Rechenleistung besser auszuschöpfen. "Das ist Teradatas Antwort auf das Thema Cloud Computing. Es geht um elastische Performance on Demand, wodurch den Firmen bei Bedarf flexibel zusätzliche Kapazität zur Verfügung steht", so der Europachef des Unternehmens, Hermann Wimmer (Foto). "Statt der nun abgeschalteten Data Marts, die oft nur zu 10 bis 20 Prozent ausgelastet werden konnten, nutzen diese Unternehmen die Ressourcen der Teradata ADW Private Cloud zu 90 bis 100 Prozent", so Wimmer weiter. Die Lösung virtualisiert zudem alle Prozesse und Speichermedien, so dass die Anwender sich nicht um den Ort oder die Verfügbarkeit der Systemressourcen kümmern müssen. Ausserdem soll sie das Workload Management verbessern und schliesslich die Skalierbarkeit. Die analytische Umgebung lässt sich nach Unternehmensangaben "reibungslos" skalieren und so an steigende Nutzerzahlen, Abfragevolumina und Datenvolumen von bis zu 92 Petabyte anpassen.
Zweitens möchte Teradata natürlich am Big-Data-Boom partizipieren und seine Expertise beim Handling gigantischer Datenmengen in die Waagschale legen. Hierfür ging das Unternehmen unlängst eine Kooperation mit Hortonworks ein, einem Spezialisten für das im Big-Data-Umfeld sehr gefragte Hadoop-Framework. Gemeinsam will man derart Technologien entwickeln und Kunden beraten, die integrierte Big-Data-Analyse-Lösungen der Enterprise-Klasse aufbauen wollen. So sollen sich multi-strukturierte Daten aus neuartigen Quellen schnell laden und analysieren lassen. "Erste grosse Projekte in diesem Umfeld haben wir schon aufgesetzt", sagt Daryl McDonald. Weitere sollen schnell folgen, vor allem im Bereich integriertes Marketing-Management. Diesem Sektor möchte sich das Unternehmen in den nächsten Monaten sehr intensiv widmen. Und – natürlich – der Big-Data-Analyse im Social-Media-Umfeld. Wenngleich der CTO des Unternehmens, Steven Brobst, eine ziemlich eindeutige Meinung über die wahren Zukunftstrends im Big-Data-Geschäft äusserte: "Selbst wenn alle auf dem Globus vorhandenen Affen tagtäglich nichts anderes machen würden, als Daten in soziale Netzwerke einzugeben, so ist der tatsächliche Wachstumssektor in Big Data ein ganz anderer, nämlich das Internet der Dinge. Allein die Sensorik wird in den kommenden Jahren Datenmengen generieren, von denen wir heute nicht einmal zu träumen wagten." Dieser Fokus begründet sich freilich auch darauf, dass Teradata in seinen Kernbranchen Telekommunikation und Financial Services bereits viele der grössten Unternehmen weltweit unter seinen Fittichen hat und dementsprechend gezwungen ist, neue Geschäftsfelder zu erobern.
Luft nach oben hat hingegen das Schweizer Geschäft des Softwareanbieters. Zwar hat Teradata mit Swisscom, Sunrise, Migros, Helsana, CSS, Valora oder dem TCS bereits einige namhafte Kunden auf seiner Referenzliste. Indes setzen etwa UBS oder Credit Suisse aus Teradatas Kernbranche eben nicht auf die Software aus Ohio, sondern auf mitunter eigenentwickelte Lösungen. Jochen Töpfer, zuständig für das Business Development in der Schweiz, gibt sich recht zuversichtlich, auch hier bereits mittelfristig weiter zu kommen: "Die Finanzkrise hat selbst in der Schweiz viele Banken für das Thema Data Warehouse sensibilisiert und Big Data dient uns ebenfalls als Treiber." (Sven Hansel, Dublin)
