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Dienstag, 03.04.2012
Die App im Zentrum

App Award Microsoft
Die 2012er-Ausgabe der Microsoft-Entwicklerkonferenz Shape befasste sich mit Apps, Cloud Computing, Game-Entwicklung und Startup-Förderung.
 
Nach Apple und Google springt nun auch Microsoft voll auf den App-Zug auf. Natürlich, so diverse Präsentatoren an der diesjährigen Shape-Konferenz, laufen herkömmliche Desktop-Anwendungen auch unter Windows 8 wie gehabt, und Microsoft gibt die konventionelle Unternehmensinformatik keineswegs auf. Von diesen altbewährten Erzeugnissen der Programmierkunst war an der Shape indes wirklich nur am Rand die Rede. Im Rampenlicht standen die sogenannten Apps für Smartphones (Windows Phone 7.5) und Tablets sowie PCs (Windows 8).
 
Ein Merkmal von Apps: Sie erfüllen jeweils eine klar umrissene Funktion; eierlegende Wollmilchsäue sind nicht gefragt. Eine Kategorie, die besonders gut zu diesem Profil passt, sind Games. Folgerichtig beschäftigten sich zwei Sessions der Konferenz mit Game-Entwicklung für Windows 8. Ein weiteres Kernthema der Shape war die hauseigene Cloud-Plattform Azure, laut Microsoft eine gute Möglichkeit für Entwickler, sich auf die Entwicklungstätigkeit zu konzentrieren und den Betrieb der dazu nötigen Infrastruktur auszulagern.
 
Apponomy als Erfolgsmodell
Zur Erinnerung: Nach anfänglichem Unwillen – Steve Jobs wollte ursprünglich fürs iPhone gar keine Drittherstellersoftware zulassen – entpuppte sich der iPhone- und iPad-App-Store für Apple als regelrechte Goldgrube. Dies nicht zuletzt dank des 30-Prozent-Obolus, der bei jedem Verkauf eines Progrämmchens an Apple selbst ging. Und der Mac-App-Store läuft ebenfalls sehr gut.
 
Aber auch die restlichen 70 Prozent des Endverkaufspreises haben es in sich. Einige Entwickler profitieren aufgrund der teils ungeheuren Absatzvolumen gleich millionenmässig. Allerdings wirklich nur einige: Neben relativ wenigen Shooting-Stars mit Rieseneinkünften, oft aus der bereits zitierten Gilde der Game-Developer, besteht der Löwenanteil der App-Anbieter aus dem "Long Tail" von weniger bis gar nicht umsatzträchtigen Mitläufern.
 
Dies gaben auch Sascha P. Corti und Christof Zogg in ihrem Referat zum geplanten Windows Store zu bedenken. Aber, so die Referenten, man solle sich als Entwickler nicht davon abhalten lassen, in der "Apponomy" mitzumachen. Die Chancen seien intakt, gerade auch in der Schweiz, die als attraktiver Markt für Neues gelte, auch in der Informatik.
 
Apps kommen zudem oft als Ergänzung zu einem bestehenden Business-IT-System oder einem Internet-Dienst zum Einsatz. Anwender erwarten zunehmend, dass sie ihre Software auch via App nutzen können. Das ergibt Arbeit satt für Entwickler. Ausserdem sieht Microsoft für die eigene Variante des App-Marktplatzes eine potentiell massiv grössere Nutzerbasis als bei der Konkurrenz – Zogg spricht von 500 Millionen Windows-Anwendern. Die sollen alle irgendwann auf Windows 8 wechseln und Apps kaufen.
 
App-Szene Schweiz
Der lokale Erfolg ist übrigens nachgewiesen: Am 30. März kam die tausendste Windows-Phone-App aus der Schweiz auf den Markt. Schweizer Entwickler seien somit im Verhältnis zur Bevölkerungszahl fünfmal so produktiv wie der Weltdurchschnitt. Grund genug für Microsoft, einen eigenen App Award zu lancieren. In der Shape-Keynote wurden vier glückliche Entwickler mit dem Preis ausgezeichnet: Dario Röthlisberger mit der Gitarristen-App GuitarKit, Matthias Stöckli mit einer Sammlung aller Schweizer Gesetze als Windows-Phone-App, Grégory Strübi mit dem Curling-Game ProCurl7 und das 20-Minuten-Team mit einer gelungenen Variante der 20-Minuten-App für Windows-Smartphones.
 
Startup-Förderung inklusive
"Jetzt ist die beste Zeit, ein Softwareunternehmer zu werden", lautete das Fazit der Shape-Session zum Thema Startups. Neben dem bekannten Institut für Jungunternehmen (IfJ) präsentierte auch Microsoft selbst seine eigene Variante der Startup-Förderung. Sie heisst Bizspark und besteht darin, maximal drei Jahre alten Jungunternehmen während dreier Jahre die hauseigenen Entwicklungstools sowie die Mitgliedschaft im Entwicklerprogramm kostenlos anzubieten. Dazu kommt die Gratis-Nutzung der Cloud-Plattorm Azure für maximal 1500 Stunden Rechenzeit sowie Beratung im Rapperswiler Microsoft Innovation Center.
 
Bizspark gibt es seit 2008, Anfang 2012 hat das Programm jedoch eine Erweiterung erfahren: Geeignete Bizspark-Teilnehmer können vom IfJ oder von Microsoft für Bizspark Plus nominiert werden und erhalten dann weitere drei Jahre Azure-Nutzung im Wert von maximal 60'000 Dollar. Das erste Bizspark-Plus-Mitglied durfte sich gleich selbst vorstellen: Die Zürcher Triarc Laboratories sind auf Softwareentwicklung und Beratung mit Schwerpunkt Cloud Computing spezialisiert, haben ein Framework entwickelt, "um Anwendungen schnell und sauber in die Cloud zu bringen" und realisieren zusammen mit Partnern Projekte wie die Buchungsplattform netagenda.com, die demnächst an den Start gehen soll. (Urs Binder)
 
Foto: Die glücklichen Gewinner des ersten App Award von Microsoft Schweiz: Matthias Stöckli, Grégory Strübi, Dario Röthlisberger sowie Rico Suter von 20 Minuten (v.l.n.r.)
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