Alcatel-Lucent verkauft Genesys, behält Enterprise-Sparte

Alcatel-Lucent wird die Enterprise-Einheit nicht los, verkauft aber das Geschäft mit Call-Center-Lösungen an Permira.
 
Monatelang wurde darüber spekuliert, an wen der Telco-Ausrüster Alcatel-Lucent sein Geschäft mit Telefonanlagen für Unternehmen verkaufen könnte. Nun gab Alcatel-Lucent heute bekannt, dass man die Enterprise-Sparte behalten werde. Entsprechende Hinweise auf stockende Verkaufsgespräche hatte es bereits Anfang September gegeben. Anscheinend gab es kein ernsthaftes Interesse für diese Sparte. Grund dafür soll laut 'Reuters' der Umstand gewesen sein, dass die daraus resultierende Entlassungswelle in Frankreich schwierig zu bewerkstelligen gewesen wäre. Alcatel-Lucent selbst befürchtete bei einem solchen Schritt offenbar negative Auswirkungen auf das Image.
 
Alcatel-Lucent hat nun aber trotzdem eine Einheit abgestossen, die nicht mehr zur Strategie passt. Der britische Finanzinvestor Permira, der auch als möglicher Käufer der Enterprise-Sparte gehandelt wurde, übernimmt stattdessen für 1,5 Milliarden Dollar das Genesys-Geschäft von Alcatel-Lucent in Kalifornien. Der schon vor zehn Tagen durchgesickerte Deal soll Ende 2011 oder 2012 abgeschlossen werden.
 
Das Genesys-Geschäft stammt aus einem Kauf durch Alcatel im Jahr 2000 und umfasst unter anderem Software für Call-Center. Alcatel-Lucent setzte mit dem 1800 Personen umfassenden Geschäftsbereich zuletzt 500 Millionen Dollar um. Genesys operiert als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Alcatel-Lucent zwar relativ unabhängig, kooperiert aber eng mit der Enterprise-Sparte. Alcatel-Lucent-CEO Ben Verwaayen sagte gemäss einer Mitteilung, dass Genesys und Enterprise auch weiterhin durch eine kommerzielle Partnerschaft verbunden sein werden. (mim)