Sicherheit der USA gefährdet: Huawei bläst 3Leaf-Übernahme ab

Der chinesische Telekom-Ausrüster Huawei zieht sein Angebot für den Kauf der Insolvenzmasse des US-amerikanischen Unternehmens 3Leaf Systems zurück. Damit beugt sich der weltweit drittgrösste Telekom-Ausrüster dem Druck eines für Sicherheitsfragen bei Investitionen aus dem Ausland zuständigen Regierungsausschusses. Dieser hatte Huawei geraten, vom Kauf Abstand zu nehmen, ansonsten man US-Präsident Barack Obama empfehlen werde, die Übernahme zu untersagen. Die Kommission hatte Sicherheitseinwände gegen den Kauf erhoben, weil sensible Informationen und die Sicherheit der USA betreffende Technologien mit dem Kauf von 3Leaf in chinesische Hände geraten könnten.
 
Der chinesische Konzern hatte im vergangenen Mai bekanntgegeben, Teile von 3Leaf Systems für rund zwei Millionen Dollar übernehmen zu wollen. Die Verantwortlichen waren damals der Meinung, der Kauf benötige keine Genehmigung durch das "Committee on Foreign Investment in the U.S." (CFIUS), weil nicht alle Aktiven übernommen worden wären. Das Komitee kontrolliert Übernahmen, die Auswirkungen auf die nationale Sicherheit haben könnten.
 
Die Nähe zur chinesischen Regierung und dem Militär machen Huawei in den USA schwer zu schaffen. Sowohl der Versuch, sich am US-Netzwerkhersteller 3Com zu beteiligen, als auch die Übernahme von Teilen des insolventen, kanadischen Nortel-Konzerns scheiterten an Sicherheitsbedenken der Amerikaner. Huawei wurde von einem Ex-Offizier der chinesischen Volksbefreiungsarmee gegründet. Geht es nach einer Gruppe von Senatoren, soll Huawei ganz von der Vergabe von Staatsaufträgen ausgeschlossen werden. (bt)